Veränderung. Schon wieder.

Seit knapp zwei Monaten habe ich eine neue Stelle und damit ist mal wieder alles anders. Also, alles bis auf den Beruf. Es hat erst sehr lange gedauert und ging dann plötzlich ganz schnell.

Letzten Sommer habe ich mich initiativ für ein Programm beworben, durch das ich auf Grundlage meines Uni-Abschlusses in den gehobenen Verwaltungsdienst aufsteigen kann. Normalerweise hätte ich dafür, weil ich nicht öffentliche Verwaltung oder etwas Ähnliches studiert habe, neben der Arbeit einen dreijährigen Lehrgang mit vielen Prüfungen absolvieren müssen. Das war im Grunde auch mein Plan. Aber dann habe ich durch einen Tipp einen Arbeitgeber gefunden, der die Zugangsvoraussetzungen für den Einstieg in den gehobenen Dienst vor nicht all zu langer Zeit erweitert hat. Nach fast einem Jahr gespannter Warterei wurde ich diesen Sommer endlich zum Vorstellungsgespräch eingeladen und habe direkt im Anschluss an das Gespräch eine Zusage bekommen. Gut zwei Monate später ging es dann auch schon los.

Ich durchlaufe jetzt eine zweijährige Phase, in der ich in vier verschiedenen Stellen eingesetzt werde, die bestimmte Kriterien erfüllen müssen, sodass ich bestimmte Kompetenzen erwerbe. Während dieser Phase bin ich bereits im gehobenen Dienst, habe also schon entsprechende Aufgaben und werde entsprechend bezahlt. Im Anschluss an diese zwei Jahre bekomme ich dann eine feste Stelle im gehobenen Dienst.

Klingt so, als müsste mir die Entscheidung, mich für dieses Programm zu bewerben, sehr leicht gefallen sein. Immerhin ist das eine absolut fantastische berufliche Weiterentwicklungsmöglichkeit für mich. Aber es war wirklich schwierig und von dem Moment, in dem ich von dieser Möglichkeit erfahren habe, bis zu dem, in dem ich beschlossen habe, mich zu bewerben, sind fast vier Monate vergangen. Weil, na ja, es ist eine Veränderung. Eine Abweichung von meinem Plan. Das Aufgeben einer Menge Sicherheit, die ich bei meiner bisherigen Stelle hatte. Nicht gerade einladend für mich. Ich brauchte Zeit, es mir durch den Kopf gehen zu lassen, gedanklich Szenarien durchzuspielen, in mich hineinzuhorchen und mich langsam an die Vorstellung zu gewöhnen, diesen Weg zu gehen, auch wenn mir kognitiv eigentlich von Anfang an klar war, dass ich das gerne will.

Und jetzt sind auch schon die ersten beiden Monate so gut wie vorbei. Es waren zwei richtig gute Monate, trotz aller Umgewöhnung und Aufregung, trotz aller Nervosität und Unsicherheit wegen all dem Neuen. Ich habe schon so viel gelernt und bin so unglaublich froh, mental wieder richtig gefordert zu werden! Mir war klar, dass ich in den letzten Monaten angefangen hatte, mich auf meiner bisherigen Stelle unterfordert zu fühlen und zu langweilen, aber ganz bewusst geworden ist mir das Ausmaß erst durch die neue Stelle. Es fällt mir überhaupt nicht leicht, mich wieder neu einzufinden, mit neuen Kolleginnen und Kollegen in Kontakt zu treten und auch noch zu wissen, dass ich das in ein paar Monaten wieder bewältigen muss. Und dann noch mal. Und noch mal. Außerdem ist mein Arbeitsweg deutlich länger geworden, sodass ich viel länger außer Haus bin als bisher. Ich fahre zwar weiterhin mit dem Rad, was mir großen Spaß macht und auch Entspannung für mich bedeutet, aber anstrengend ist es trotzdem, jeden Tag so lange von zu Hause weg zu sein. Es ist viel. Aber es lohnt sich so sehr! Das kann ich nach dieser kurzen Zeit schon sagen. Endlich muss ich mein Gehirn wieder richtig benutzen, um meine Arbeit zu erledigen. Die Aufgaben sind wesentlich interessanter, komplexer und vielfältiger als bisher und das tut mir wirklich gut. Ich bin so froh, diesen Schritt gemacht zu haben und freue mich sehr darauf, noch viel mehr zu lernen.

Was ich offensichtlich immer noch nicht gelernt habe (und auch vermutlich niemals lernen werde), ist dieses Teamintegrationsding. Mich haben schon wieder mehrere Leute darauf angesprochen, dass ich eine recht stille Zeitgenossin bin: „Du bist eher introvertiert, oder?“ „Ich dachte erst, es geht dir vielleicht nicht so gut, aber ich hab‘ jetzt doch eher den Eindruck, dass du einfach ruhig bist. Stimmt das?“ „Du bist ja auch eher eine, die ihre Ruhe braucht, was?“ Dabei hatte ich eigentlich mal wieder das Gefühl, dass ich in Sachen Offenheit und Kontaktfreude einen Schritt nach vorne gemacht habe. Faszinierend, wie sehr ich mich dahingehend immer wieder täusche. (Wer meine anderen Blogbeiträge zum Thema Ausbildung und Arbeit gelesen hat, hat jetzt vermutlich sowas wie ein Déjà-vu und fragt sich, ob ich es jemals kapieren werde. Berechtigte Frage.)

Bisher ist das Feedback insgesamt, vor allem für meine Arbeit, aber auf jeden Fall positiv. Das ist natürlich motivierend und ermutigend. Ich bin sehr gespannt auf die kommende Zeit, fühle mich gut und bin zuversichtlich, dass ich diese zwei Jahre meistere und danach auf einer Stelle lande, die mir gefällt und mich mental fordert.

Alles ist anders, aber irgendwie auch nicht.

Es ist Montagmorgen, ein ganz normaler Werktag, ich bin kerngesund (soweit ich weiß) und habe keinen Urlaub, aber trotzdem sitze ich zu Hause auf dem Sofa. Mein Arbeitgeber hat beschlossen, uns weitestgehend nach Hause zu schicken. Nur wirklich notwendige Aufgaben sollen erledigt werden. Solche Aufgaben haben die Kollegin, mit der ich mich vertrete, und ich. Deshalb sollen wir im Wechsel zwei- bis dreimal die Woche ins Büro fahren und erledigen, was dringend zu erledigen ist. Eine absolute Ausnahmesituation. Jede Menge Strukturen und Routinen brechen weg. Ich bin erst ganz am Anfang dieser neuen Lage und kann noch nicht einschätzen, wie ich damit zurecht komme. Aber ich weiß, dass ich mir dringend Ersatzstrukturen und Ersatzroutinen schaffen muss, um gesund durch meinen Alltag zu kommen. Alles ist anders.

Die Nachrichtenseiten, die ich täglich lese, sind voll mit Aufzählungen und Beschreibungen von Dingen, die man jetzt nicht mehr machen darf und von Dingen, die noch erlaubt sind. Man darf sich nicht mehr mit mehr als einer weiteren Person treffen, abgesehen von Haushaltsangehörigen. Restaurants, Cafés und Bars sind geschlossen. Mit dem gemütlichen Beisammensein nach der Arbeit oder in den Abendstunden ist es vorbei, von Wochenendvergnügungen in Clubs ganz zu schweigen. Nicht mal Hauspartys kann man noch veranstalten. Die Fitnessstudios sind dicht und Vereinssport kann man auch vergessen. Sogar Picknicks in Parks oder andere Treffen an der frischen Luft sind verboten. Von Menschen, die nicht im selben Haushalt leben wie man selbst, müssen mindestens 1,5 Meter Abstand gehalten werden. Nach draußen gehen darf man nur noch, um einzukaufen, zur Arbeit zu kommen, bestimmte wichtige Dinge zu erledigen und sich alleine oder mit einer anderen Person draußen zu bewegen. Das sind massive Einschränkungen des täglichen Lebens. Na ja, zumindest für die meisten Menschen.

Für mich bleibt, bis auf die Sache mit der Arbeit, eigentlich alles, wie es ist. Neben meinem Job besteht mein Leben außerhalb der Wohnung aus meinem Ausdauersport an der frischen Luft, Einkäufen, Spaziergängen, Wanderungen und Radtouren mit meinem Mann und ein bisschen Gärtnerei und Aufenthalt auf dem Balkon. Kontakt mit Freundinnen und Freunden habe ich so gut wie ausschließlich über Messenger und SMS. Von meiner Familie lebe ich sehr weit entfernt, da ist der Kontakt, von gelegentlichen Besuchen alle paar Monate abgesehen, auch rein schriftlich und telefonisch. Bis zum Ende des Jahres war ich einmal in der Woche in meinem Lieblingskino, aber da es zum Januar geschlossen wurde, hat sich das sowieso erledigt. Mir ist also nichts von dem verboten, was ich tagtägliche mache und vor allem auch machen möchte.

Mein ganz normaler Alltag, mit dem ich glücklich bin, ist für viele andere Menschen eine Zumutung. Sie sind jetzt eingeschränkt und isoliert, vermissen die Menschen und Unternehmungen, die sonst ihre Freizeit prägen und müssen sich plötzlich widerwillig mit dem Leben arrangieren, das ich freiwillig und rundum zufrieden führe. Ich bin in Vielem ganz anders. Eigentlich wusste ich das ja schon, aber es jetzt in dieser Deutlichkeit vor Augen geführt zu bekommen, ist trotzdem seltsam.

Arbeitsalltag.

Es ist vorbei. Ich habe es tatsächlich geschafft. Alle Prüfungen sind absolviert, sogar die garstige mündliche Ende Februar. Die hatte mir im Vorfeld eine Menge Sorgen und Angst bereitet, war aber am Ende weniger schlimm auszuhalten, als ich befürchtet hatte und mit dem Ergebnis bin ich auch vollkommen zufrieden. Jetzt liegt eine Menge Stress endlich hinter mir. Hobbithexe ist eine freie Elfe mit abgeschlossener Berufsausbildung! Und das inzwischen schon seit drei Monaten.

Da ist er nun, dieser Arbeitsalltag, der gleichmäßige, auf den ich mich so gefreut habe. Gut ist er! Das Grundgerüst meiner Arbeitstage ist so einheitlich und vorhersehbar, wie ich es brauche. Ich habe mein eigenes Büro, bearbeite einen ganz eigenen Aufgabenbereich und kann mir meine Zeit und meine Arbeit einteilen, wie ich möchte. Manchmal muss ich zwar auf die eine oder andere Stellungnahme meiner technischen Kolleginnen und Kollegen etwas länger warten, als ich es mir wünschen würde, also bin ich nicht vollkommen unabhängig von anderen, aber dieser Einfluss auf meine Arbeit ist ziemlich gering. In meinem Sachgebiet bin ich meine eigene Herrin.

Ich mag meine Arbeit, habe genug zu tun und muss mich nicht langweilen. Es tauchen immer wieder neue Sachen auf, die in meiner Einarbeitungsphase im letzten Jahr gar nicht vorgekommen sind. Meine Vorgängerin hat mir eine Menge vermittelt, aber seit Ende Dezember ist sie weg und ich muss mich eben selbst durchwurschteln, wenn ich mit etwas konfrontiert bin, das sie mir nicht erklärt hat. Das ist nicht immer einfach, macht mir aber viel Spaß und ist genau die Art Herausforderung, die mir liegt und gefällt.

Was mir nicht so liegt, ist der Sozialkram, der nun mal dazu gehört, wenn man irgendwo arbeitet, wo auch andere Menschen arbeiten. Mein Team ist klein und wirklich nett und dadurch, dass wir alle irgendwie unseren jeweils eigenen Aufgabenbereich haben, haben wir dienstlich eigentlich gar nichts miteinander zu tun. Das kommt mir entgegen. Trotzdem begegnet man sich natürlich und in der Küche, am Kopierer, bei den Postfächern oder bei den gemeinsamen Mittagspausen komme ich eben nicht um Smalltalk herum. Das ist für mich ziemlich anstrengend. Ich kann im Zusammensein mit anderen Menschen, die nicht zu meinem allerengsten Kreis gehören, nicht aufs Maskieren verzichten. Zum Einen habe ich mir das viel zu sehr antrainiert und zum Anderen würde ich sonst viel zu sehr anecken, andere verunsichern und irritieren. Aber ich mag mein Team und habe vor, noch lange in diesem Amt zu bleiben. Da will ich auf gar keinen Fall dem Arbeitsklima und dem Miteinander schaden. Das Maskieren muss also irgendwie sein, kostet aber eine Menge Kraft. Viel mehr Kraft, als meine eigentliche Arbeit. An den meisten Tagen sind es nur wenige, kurze Momente, in denen ich interagieren muss und dann ist es okay, an anderen ist es doch eine spürbare Belastung für mich. Aber so ist es nun einmal. Ich kann nicht im menschenleeren Raum arbeiten, auch wenn ich es gern würde. Zum Glück kenne ich meine kleine Arbeitsgruppe inzwischen lange und gut genug, um die Kolleginnen und Kollegen einigermaßen einschätzen zu können. Das macht das Ganze nach und nach einfacher.

Insgesamt sind die Bedingungen für mich also gut. Ich gehe gern zur Arbeit, bin zufrieden mit meinem Alltag und kann erst einmal alles so weiterlaufen lassen. In den nächsten Jahren will ich mich auf jeden Fall noch weiterbilden, womit sicherlich einige neue Herausforderungen auf mich zukommen werden, aber fürs Erste kann ich jetzt in meinem ruhigen, geregelten Arbeitsleben ankommen, Erfahrungen sammeln und genießen, dass ich mir einen Beruf und eine Stelle erarbeitet habe, die meinen Bedürfnissen gut entspricht. Das ist einfach toll.

Furchtbar froh und furchtbar aufgeregt.

Ich bin ein bisschen spät dran, ungefähr sechs Wochen, aber hier ist er nun, mein Bericht über meinen vergangenen Praxisabschnitt.

Er war gut. Richtig gut. Zum einen inhaltlich (ich durfte dafür sorgen, dass viele Bäume nicht gefällt werden durften und dass die, die gefällt werden durften, ersetzt werden mussten) und zum anderen von den Rahmenbedingungen her.

Mein Praxisanleiter war sehr daran interessiert, mir viel beizubringen und begeistert davon, dass ich sehr daran interessiert war, viel zu lernen. Ich konnte aus dieser Zeit also eine ganze Menge für mein Arbeitsleben mitnehmen. Toll war auch, dass ich viel Ruhe hatte und mich gut auf meine Arbeit fokussieren konnte, von der es meistens genug gab. Das kommt mir immer sehr entgegen. Ich liebe es, viel zu tun zu haben, weil ich dann wunderbar in die Arbeit eintauchen kann. Vorausgesetzt, man lässt mich einfach mein Ding machen. Und das hat mein Praxisanleiter getan. Dadurch hatte ich innerhalb kurzer Zeit schon eine ziemlich gute Routine in den alltäglichen Aufgaben, was mir eine unglaubliche Sicherheit gegeben hat. Ein sehr gutes Fundament für Abweichungen, die eben auch immer wieder vorkommen. Natürlich mochte ich die auch in diesem Ausbildungsabschnitt nicht, aber durch meine solide Wissensbasis und Arbeitsroutine konnte ich sie hier verhältnismäßig gut verkraften. Diesmal habe ich mich besonders schnell eingefunden. Zum einen lag das daran, dass mein Praxisanleiter sehr gut darin war, Leute einzuarbeiten. Zum anderen hatte ich zum Beginn des Abschnitts schon fast zwei Ausbildungsjahre hinter mir und bin daher in vielen Grundlagen schon sehr sicher. Auch, wenn es inhaltlich in jedem Amt um etwas ganz Eigenes geht, sind die Prinzipien und Strukturen überall gleich oder mindestens sehr ähnlich. Besser geht es für mich nicht. Ich treffe überall auf viel Bekanntes und Vertrautes. Das macht mir die Eingewöhnung in neue Situationen und Stellen relativ leicht. Relativ dazu, dass ich es grundsätzlich grauenhaft finde, irgendwo neu anzufangen und mich in neue Situationen und Stellen einzufinden.

Zu meinem unbeschreiblich großen Glück war das bei meinem Wechsel in meine aktuelle und letzte Praxisstelle (ich darf die Ausbildung verkürzen und habe Ende November meine schriftlichen Abschlussprüfungen – aaaaaaaah!) so gut wie gar nicht notwendig, denn ich bin wieder in meiner zweiten und herzallerliebsten Praxisstelle vom letzten Sommer gelandet. Eine Kollegin aus dem Bereich, in dem ich damals eingesetzt war, geht Ende des Jahres in den Ruhestand, weshalb ihre Stelle ausgeschrieben wurde. Ich habe mich beworben und es hat funktioniert! Damit der Übergang möglichst gut verläuft, wurde ich gleich für meinen letzten Ausbildungsabschnitt dort hingesetzt, um von der Kollegin eingearbeitet zu werden. Ich mache nicht ganz genau die gleiche Arbeit wie letztes Jahr, aber sehr ähnliche. Trotzdem gibt es natürlich noch ganz viel zu lernen und ich habe viel zu tun und zu verarbeiten. Aber ich kenne alle Kolleginnen und Kollegen schon und bin mit den Abläufen bestens vertraut. Ein paar Dinge haben sich geändert, beispielsweise weil einige rechtliche Grundlagen überarbeitet wurden und es Änderungen in der Software gegeben hat, mit der wir die Anträge bearbeiten, aber nach inzwischen sechs Wochen bin ich wieder voll und ganz drin in der Materie und kann mich sehr gut auf die neuen Inhalte einlassen. Anfangs war es etwas seltsam, weil alles so vertraut und doch etwas fremd war. Zum Glück hat sich das aber recht schnell gelegt. Aufregend ist das alles trotzdem noch und ich bin noch nicht richtig zur Ruhe gekommen, aber das werde ich noch, da bin ich absolut sicher. Ich sitze an genau der richtigen Stelle.

Zusammenfassend kann ich also sagen, dass ich furchtbar, furchtbar froh mit meiner Arbeitssituation bin und furchtbar, furchtbar aufgeregt wegen der viel zu nahen schriftlichen Abschlussprüfungen. Die nächsten Wochen werden entsetzlich aufwühlend. Aber sie werden vorbeigehen und ich werde das schon schaffen, auch wenn ich ganz sicher mehrfach durchdrehen werde vor lauter Nervosität. Das gehört eben dazu.

Wenn die Bedingungen nicht stimmen, spüre ich meine Behinderung deutlich.

So wunderbar und passend meine vorletzte Praxisstelle war, so anstrengend und unpassend war die letzte. Es ging mir dort überhaupt nicht gut, aber das Ausmaß ist mir leider erst ziemlich spät bewusst geworden und da konnte ich dann nichts mehr ändern, nur sprichwörtlich die Zähne zusammenbeißen und durchhalten. Hätte ich früher bemerkt, was dort alles nicht für mich stimmte, hätte ich mich an die Ausbildungsleitung gewandt und um eine neue Zuweisung gebeten.

Ich war in dem Büro im Einsatz, das sich um die Belange des Parlaments in dem Bezirk kümmert, für den ich arbeite. An sich eine spannende Sache. Inhaltlich war alles sehr interessant, ich habe viele Einblicke bekommen und eine Menge über parlamentarische Arbeit und das dazugehörige Drumherum gelernt. Das fand ich toll, aber damit hörte es leider auch schon auf.

Mir gefiel nicht, dass die Arbeit dort im Grunde gar nichts mit meinem Beruf zu tun hatte. Es gab kein Gesetz, nach dem ich arbeiten musste, nichts, das geprüft werden musste, gar nichts, das tatsächlich als öffentliche Verwaltung bezeichnet werden kann. Die meisten Aufgaben waren ziemlich langweilig und es war kein echtes Hintergrund- oder gar Fachwissen notwendig. In den ersten neun Wochen hatte ich zwar ein eigenes Projekt und konnte daran ganz eigenständig arbeiten, was mir im Prinzip sehr entgegenkommt, aber auch das war wenig anspruchsvoll und in erster Linie organisatorische Arbeit. Vom Tagesgeschäft habe ich in dieser Zeit noch recht wenig mitbekommen. Ich bin lediglich einmal im Monat mit in die Parlamentssitzung gegangen und habe bei der Protokollführung geholfen.

Die Begleitung dieser Sitzungen war natürlich interessant, aber das bezirkliche Parlament ist ein sogenanntes Freizeit- bzw. Feierabendparlament aus lauter Ehrenamtlichen, was bedeutet, dass die Sitzungen nach Feierabend stattfinden, in diesem Fall von 17:00 Uhr bis etwa 23:00 Uhr. Für mich war das eine immense Belastung, denn mein kompletter Rhythmus wurde dadurch zerstört. Ich stehe unter der Woche immer um 05:00 Uhr auf und fange um 07:00 Uhr an zu arbeiten. So umgehe ich das Problem, in den im Berufsverkehr völlig überfüllten Bahnen zu landen. Jetzt musste ich einmal im Monat zu Uhrzeiten arbeiten, zu denen ich normalerweise längst schlafe. Mit solchen Abweichungen komme ich überhaupt nicht zurecht. Während der gesamten fünfmonatigen Praxisphase hatte ich starke Schlafstörungen. Natürlich sagte mir meine Praxisanleiterin, dass sie mich aufgrund der späten Uhrzeiten nicht zwingen wolle und könne, zu den Sitzungen mitzukommen, aber hätte ich das nicht gemacht, wäre ich kaum in das Tagesgeschäft eingebunden worden und hätte folglich nicht viel zu tun gehabt. Das war für mich keine echte Wahl. Acht Stunden im Büro zu sitzen, ohne auch nur annähernd mit Arbeit ausgelastet zu sein, finde ich schwer erträglich. Und das gleich mehrere Monate lang? Lieber nicht.

Neben den starken Rhythmusabweichungen war dann noch die soziale Situation in der Praxisstelle für meine Schlafstörungen verantwortlich. Das Team, das für das bezirkliche Parlament arbeitet, ist sehr klein und die Kolleginnen verstanden sich überhaupt nicht. Anfangs dachte ich, dass mir das nicht viel ausmachen würde, da ich ohnehin nur ein paar Monate dort verbringen würde und mich aus allen persönlichen Konflikten gut raushalten könnte, aber ich wurde dann doch irgendwie mit reingezogen in den ganzen Schlamassel. Besonders die beiden Kolleginnen, die für mich verantwortlich waren, erzählten mir über die jeweils andere nur wirklich absolut Schlechtes. Und dann auch noch so ziemlich das gleiche. Jede hielt die andere für ein ausgesprochen garstiges Biest, das all seine Energie darauf verwandte, sie schlecht dastehen zu lassen und ihr das Leben schwer zu machen. Zuerst konnte ich noch darüber hinwegsehen, aber mit der Zeit wurde es immer anstrengender und belastender für mich. Beide benutzten mich immer mehr als Kummerkastentante, bei der sie all ihren Ärger und ihren Frust abluden. Situationen, an denen wir alle drei beteiligt waren, waren für mich kaum auszuhalten. Nicht, weil es dann Streit oder sowas gab, nein, sie taten dann immer so, als sei alles in bester Ordnung, sondern weil ich nie wusste, was passieren würde, ob die Situation nicht doch plötzlich eskalieren würde. Das hätte mich vollkommen überfordert. Überhaupt war die ganze Lage für mich eine einzige große soziale Überforderung. Da ich mich raushalten wollte, ging ich nicht auf das ein, was die beiden mir übereinander erzählten und verschwieg selbstverständlich auch, dass die jeweils andere mir auch alles Mögliche erzählte. Am Anfang war es auch noch gar nicht viel, nur hier und da mal ein Kommentar. Aber es wurde immer mehr und ich fühlte mich immer unwohler und wusste einfach nicht, wie ich damit umgehen sollte. Nach einigen Wochen war ich nur noch gestresst und kam gar nicht mehr zur Ruhe.

Was mir außerdem absolut fehlte, waren klare Strukturen und Abläufe. Die Arbeit war, wenn auch nicht sonderlich schwierig, sehr abwechslungsreich. Viel zu abwechslungsreich für meinen Geschmack. Es war kein Tag wie der andere. Ständig wollten die Parlamentarierinnen und Parlamentarier irgendwas Neues und dauernd gab es irgendwelche Veränderungen. Von Regelmäßigkeit und Klarheit konnte ich nur träumen. Jeden Tag lauerten neue Überraschungen im E-Mail-Fach und sie waren leider meist unerfreulich. Die Kolleginnen waren dauernd in heller Aufregung und alles musste immer schnell und am besten gleichzeitig erledigt werden. Ich konnte so gut wie gar nicht zur Ruhe kommen, aber die brauche ich unbedingt, um richtig arbeiten zu können.

In diesem Klima, ohne jegliche Strukturierung und mit den furchtbar ungleichmäßigen Arbeitszeiten, war ich überhaupt nicht in der Lage, leistungsfähig zu sein. Ich konnte mich kaum konzentrieren, mir kaum etwas merken und mich nur wenig einbringen. Zumindest war ich nicht annähernd so leistungsfähig, wie es mir unter guten, passenden Bedingungen möglich ist. Das wiederum führte zu noch mehr Stress. Ich stand permanent unter Druck, fühlte mich unzulänglich und dumm, musste dauernd meine Grenzen überschreiten und kämpfte mich von Tag zu Tag. Auch die Kolleginnen waren gestresst und permanent gereizt. Sie ließen es nicht direkt an mir aus, aber ich bekam trotzdem viel davon mit und manches auch ab. Hinzu kam dann noch, dass die Lehrmethoden der Kollegin, die mir hauptsächlich etwas beibrachte, überhaupt nicht zu meiner Art zu lernen passten. Auch um das zu merken, habe ich viel zu lange gebraucht und mich dann nicht mehr getraut, es anzusprechen. Es schien mir einfach zu spät zu sein. Irgendwie habe ich aber insgesamt wohl doch einen guten Eindruck gemacht, zumindest bei der einen der beiden für mich verantwortlichen Kolleginnen, die mich bewerten musste. Wie ich das geschafft habe, ist mir schleierhaft. Sie muss irgendwie erkannt haben, wo meine Stärken liegen und dass die mich für meinen Beruf sehr geeignet machen, anders kann ich es mir nicht erklären. Fähig gefühlt habe ich mich während dieses Praxisabschnitts jedenfalls nur selten.

Nach der Arbeit war ich immer sehr erschöpft und unglaublich froh, dass ich nicht alleine lebe und deshalb auch nicht einen ganzen Haushalt führen muss. Meistens war ich gar nicht mehr in der Lage, irgendwas zu schaffen und konnte nur noch ein bisschen auf dem Sofa sitzen, bevor es ins Bett ging. Wenn ich auch noch hätte einkaufen und mir selbst etwas zu essen machen müssen… Ich will lieber nicht darüber nachdenken. Keine Ahnung, wie ich das hätte schaffen können. Ich hatte zwar auch während des Studiums, als ich allein gelebt habe, unpassende und dadurch harte Zeiten, aber sie waren kürzer und ich hatte keine 40-Stunden-Woche. Irgendwie bin ich auch in diesen Zeiten zurechtgekommen, aber mehr schlecht als recht. Einkaufen, putzen und aufräumen waren nur sporadisch möglich und mir ein Essen zubereiten konnte ich gar nicht. Ich kam nach Hause, war einfach erledigt und schon froh, wenn ich den Toaster bedienen konnte. Während dieser Praxisphase fehlte mir nach Feierabend genauso die Energie, mich allein um mich selbst und den Haushalt zu kümmern. Wenn die Bedingungen gut für mich sind, geht es mir auch gut und ich kann sehr viel leisten und fühle mich wohl. Wenn die Umstände aber so unpassend sind, wie ich es gerade erst wieder erlebt habe, dann merke ich ganz deutlich, wie eingeschränkt ich bin und dass (mein) Autismus tatsächlich eine Behinderung ist.

Zum Glück ist dieser Praxisabschnitt jetzt endlich vorbei. Ich bin noch ziemlich platt und werde wohl eine ganze Weile brauchen, um mich endgültig davon zu erholen. Die letzten fünf Monate waren in vielerlei Hinsicht einfach zu viel für mich.

Meine nächste Praxisstelle wird, soweit ich bisher weiß, dafür wieder umso besser zu mir passen. Es geht in das Umwelt- und Naturschutzamt, was ich inhaltlich schon mal ganz fantastisch finde. Außerdem habe ich von einer Azubikollegin schon einiges über die Arbeit dort erfahren und es klingt alles wirklich gut. Ich freue mich also sehr auf die Zeit, die vor mir liegt und hoffe, dass die letzte Praxisstelle mir nicht mehr allzu lange nachhängen wird.

In dieser Praxisstelle konnte ich meine autistischen Superkräfte voll ausnutzen.

Unglaublich, wie schnell die letzten fünf Monate vergangen sind. Zack, ist er schon wieder vorbei, der zweite Praxisabschnitt meiner Ausbildung. Schön war er! Ich habe viel gelernt, hatte viel Spaß an der Arbeit und hatte dabei viel Ruhe. In dieser Praxisstelle konnte ich meine autistischen Superkräfte voll ausnutzen: hohe Detailwahrnehmung, hoher Fokus, Begeisterungsfähigkeit, hohe Merkfähigkeit, schnelles Aneignen von Fachwissen. All das war für meine Arbeit wichtig, wurde von meiner Praxisanleiterin sehr an mir geschätzt und hat dafür gesorgt, dass ich schon nach drei Wochen beinahe wie eine vollwertige Sachbearbeiterin eingesetzt werden konnte. Beinahe, weil Auszubildende aus diversen nicht ganz nachvollziehbaren Gründen keine Zugang zu einer bestimmten Software bekommen können und ich die für einige Tätigkeiten gebraucht hätte. Aber auch so hatte ich jede Menge zu tun und das war wirklich toll.

Ich konnte sehr strukturiert und routiniert arbeiten, mir meine Zeit und die Arbeitsschritte selbstständig einteilen und musste mit niemandem zusammenarbeiten. Meine Praxisanleiterin merkte schnell, dass ich interessiert war, gut lernte und sie mich problemlos einfach machen lassen konnte. Bei Fragen war sie immer da und wenn es was Neues gab, erklärte sie es mir natürlich, ansonsten saß jede von uns an ihrem Arbeitsplatz und machte vor sich hin ihr Ding. Mit anderen Kolleginnen und Kollegen hatte ich nur wenig zu tun und wenn, dann rein fachlich. Ideale Bedingungen also.

Durch diese ausgesprochen guten Rahmenbedingungen habe ich mich rundum wohl gefühlt und das wiederum hat natürlich dafür gesorgt, dass ich wirklich gute Leistungen erbringen konnte. Wodurch das Ganze mir noch mehr Spaß gemacht hat und ich mich noch besser darin vertiefen konnte. Ich weiß jetzt alles über Baustellen! Jedenfalls alles, was man rechtlich (und zum Teil auch aus Ingenieurssicht) über die Nutzung öffentlichen Straßenlandes für Baumaßnahmen wissen muss, denn das war mein Sachgebiet. Ich kann an keinem Fassadengerüst und keinem Bauzaun mehr vorbeigehen, ohne wenigstens kurz darüber nachzudenken und grob zu beurteilen, ob das Ganze so genehmigungsfähig ist. Spoiler: Oft genug ist es das nicht. (Ich weiß nicht, wie das in anderen Bundesländern ist, aber stellt lieber keine Schuttcontainer und Miettoiletten einfach so auf den Gehweg. Hier ist das jedenfalls nicht erlaubt und trotzdem machen das genug Menschen, ohne sich vorher zu informieren.)

Mein Eifer und meine Begeisterung haben nicht nur meine Praxisanleiterin sehr gefreut, sondern auch meinen Gruppenleiter. Im abschließenden Beurteilungsgespräch haben sie mir ein wirklich tolles Stellenangebot gemacht, das ich unbedingt annehmen will. Ich würde erst einmal in den Bereich kommen, in dem ich jetzt war und später über eine größere Weiterbildung in ein anspruchsvolleres Sachgebiet wechseln. Der Gruppenleiter hat schon einen Karriereplan für die nächsten paar Jahre für mich ausgetüftelt und mit dem Amtsleiter besprochen. Es wäre wirklich großartig, wenn das klappt, aber dafür muss ich erst mal die Zwischenprüfungen mit entsprechenden Noten bestehen, die Ausbildung tatsächlich verkürzen können und einige organisatorische Punkte zu meinem Ausbildungsverlauf mit der Ausbildungsleitung klären. Also mal abwarten. Jedenfalls hat mein Autismus mir wirklich viel genutzt in diesen letzten Monaten. Auch, wenn ich mir wieder anhören durfte, ich sei doch sehr still und introvertiert und könne ruhig noch ein bisschen mehr aus mir herausgehen. Angesprochen habe ich meine Diagnose trotzdem wieder nicht. Ich hatte das ja eigentlich vor, aber ich wusste schon wieder nicht, wann und wie und letztendlich weiß ich auch nicht, ob es wirklich gut gewesen wäre. Ich kann nie einschätzen, ob es gut und sinnvoll ist, sich einer konkreten Person anzuvertrauen oder nicht. Da es keine Teamarbeit oder Ähnliches gab und die Bedingungen auch sonst super für mich waren, habe ich keinen Anlass gefunden.

Was natürlich wieder schwierig und anstrengend war, war das Socialising. Mittagspausengespräche, Smalltalk vor der Mikrowelle, auf Kolleginnen und Kollegen zugehen, mit denen ich fachlich etwas besprechen muss… Alles nicht mein Ding. Ich hoffe dann immer, dass die anderen merken, dass ich nur ungeschickt bin und nicht denken, ich würde sie alle blöd finden oder wäre total arrogant und desinteressiert. Die meisten waren mir nämlich tatsächlich zumindest im Arbeitskontext ganz sympathisch. Und im Hinblick darauf, dass ich eventuell in eineinhalb Jahren zurückkomme und dann erst mal auf unbestimmte Zeit bleibe, wäre es mir natürlich am liebsten, wenn niemand Groll gegen mich hegt, weil ich mich komisch verhalten habe und jemand das persönlich genommen hat. In dem Bereich ist mein Autismus dann wieder hinderlich. Na, mal abwarten. Die, mit denen ich ab und an fachlich zu tun hatte, haben mich jedenfalls freundlich verabschiedet. (Soweit ich das beurteilen kann. Ich weiß ja nie, was mir alles an Signalen entgeht.)

Ab Montag geht es direkt in den nächsten Akademieblock und die Berufsschule hat auch schon wieder angefangen. In den kommenden Monaten werde ich also in erster Linie lernen, lernen und lernen. Ich freue mich drauf, auch wenn das heißt, dass ich wieder jeden Tag von den anderen Auszubildenden meines Jahrgangs umgeben bin, was natürlich auch anstrengend ist. Aber im letzten Block war das Lern- und Arbeitsklima ganz gut, deshalb hoffe ich, dass diesmal auch wieder alle fleißig oder mindestens ruhig sind und ich nicht mit so viel Sozialkram konfrontiert werde. Die anderen Streberinnen aus der ersten Reihe, mit denen ich in der Berufsschule am meisten Kontakt habe, nehmen jedenfalls seit meinem Outing vor ein paar Monaten viel Rücksicht auf mich und lassen mir meine Ruhe, wenn ich sie brauche, ohne beleidigt zu sein. Das ist schon sehr viel wert.

Plötzlich fällt mir auf, wie viel Energie mich Zusammenarbeit mit anderen tatsächlich kostet.

Seit drei Wochen bin ich jetzt in meiner neuen Praxisstelle und sie ist einfach toll! Kein Publikumsverkehr, ein kleines, ruhiges Büro nur zusammen mit meiner Praxisanleiterin, die still vor sich hinarbeitet, wenn sie mir nicht gerade etwas erklärt, und jede Menge Interessantes zu tun, das ich vollkommen eigenständig erledigen kann. Es ist großartig! Bei meiner ersten Praxisstelle war nur recht wenig Eigenständigkeit möglich, weil ich als Auszubildende aus rechtlichen Gründen keinen eigenen Zugriff auf die Fachsoftware bekommen konnte und deshalb bei den allermeisten Aufgaben mit meiner Praxisanleiterin zusammen am Computer saß.

Ich habe schon wieder jede Menge gelernt und auch, wenn jetzt am Anfang alles wieder ein bisschen viel ist und mir der Kopf oft schwirrt vor lauter Informationen, geht es mir richtig gut. Klar, ich muss mich neu einfinden und bin immer noch jeden Morgen auf dem Weg zum Büro ziemlich nervös, weil ich noch nicht so gut einschätzen kann, was am Tag auf mich zukommt und alles noch recht fremd ist, aber ich fahre jeden Nachmittag mit einem guten Gefühl wieder nach Hause. Ich brauche eben etwas Zeit, um mich an neue Situationen zu gewöhnen und weiß inzwischen, wie ich mit der inneren Unruhe umgehen muss, die immer mit ihnen einhergeht, und dass ich mich davon nicht aus der Bahn werfen lassen muss. Ich sage mir dann, dass mein Hirn nun mal so ist, wie es ist. Dass es erst mal verarbeiten und sich umstellen muss und dass das nun mal nicht von heute auf morgen funktioniert. Es ist nicht immer leicht, damit umzugehen, aber zu wissen, dass mit neuen Situationen jedes Mal große Unruhe, Sorgen, Ängste und Unsicherheiten kommen, aber nach einer Weile eben auch wieder verschwinden, hilft mir sehr. Jedes Mal habe ich aufs Neue das Gefühl, der Veränderung nicht gewachsen zu sein und jedes Mal würde ich am liebsten fliehen. Zu wissen, dass das bei mir dazu gehört, mein Hirn sich irgendwann wieder beruhigen wird und dann alles gut ist, lässt mich das mittlerweile aber recht gut aushalten, auch wenn es natürlich jedes Mal nicht schön ist und viel Stress bedeutet. Irgendwie habe ich es geschafft, dahingehend eine gewisse Grundgelassenheit zu entwickeln. Ohne die Autismusdiagnose und alles, was ich in dem Zusammenhang über mich gelernt habe, hätte ich das sicher nicht geschafft. Stattdessen würde ich mich weiterhin für viel zu schwach und ziemlich dumm halten, wenn ich mal wieder mit Veränderungen konfrontiert bin und erst mal nicht mit ihnen zurecht komme.

Neben allem neuen Fachlichen habe ich auch wieder eine interessante Erkenntnis über mich selbst gewonnen. Mir war zwar immer klar, dass es mich ziemlich anstrengt, mit anderen Menschen zu interagieren und zusammenzuarbeiten, aber mir war nicht klar, wie groß das Ausmaß dieser Anstrengung tatsächlich ist. Das merke ich erst jetzt, wo ich zum ersten Mal in meinem Leben eine Tätigkeit ausübe, bei der keine Zusammenarbeit und im Grunde nicht mal Interaktion mit anderen nötig ist. Klar, ich bin Auszubildende und gerade lerne ich wieder ganz viel Neues, also muss man mir alles erst mal erklären und ich habe zwischendurch selbstverständlich auch einige Fragen, aber das sind wenige, ganz kleine Häppchen über den Tag verteilt. Zusammengenommen nicht mal eine Stunde. Und plötzlich fällt mir auf, wie viel Energie die Zusammenarbeit mit anderen mich wirklich kostet. Ich bin selbst ein bisschen verblüfft, dass ich darüber überrascht bin und wie sehr ich unterschätzt habe, wie groß der Anteil an meiner Kraft ist, der für Interaktion draufgeht. Damit meine ich nicht einmal sowas wie Publikumsverkehr (denn dass der mir zu viel ist, war mir natürlich bewusst), sondern schon die ganz alltägliche Teamarbeit, die in den meisten Jobs ständig anfällt. Meine Arbeitstage sind jetzt so viel leichter und angenehmer, ich habe so viel mehr Spaß an der Arbeit und die Zeit fliegt regelrecht dahin, es ist unglaublich! Meine Konzentrations- und Leistungsfähigkeit ist deutlich höher und nach Feierabend bin ich kein bisschen erschöpft, sondern höchstens ein bisschen müde. Ich finde das ganz und gar erstaunlich. So ging es mir bisher noch nie, mit nichts von dem, was ich gemacht habe. Ich wusste nicht, dass ich so viel und so lange arbeiten kann, ohne hinterher mindestens sehr müde zu sein und mich mehr schlecht als recht durch den restlichen Tag zu schleppen. Aber es geht! Ich brauche bloß meine Ruhe vor anderen Menschen, denn interaktiv sein zu müssen ist für mich offensichtlich mit Abstand die größte Belastung. Wenn sie wegfällt, ist alles andere ziemlich leicht. Wirklich verwunderlich, dass mir das nie in dem Maße bewusst war.

So, wie es bisher in dieser Praxisstelle läuft, kann es auf jeden Fall weitergehen. Sogar inhaltlich finde ich die Arbeit in der Straßensondernutzung sehr interessant. Ich weiß, Baustelleneinrichtungsflächen, Schuttcontainer und Aufgrabungen klingen erst mal nicht sonderlich spannend, aber ich beschäftige mich gerne mit den gesetzlichen Regelungen dazu. Da gibt es wirklich viel zu wissen und zu beachten. Mir macht es immer Spaß, mich mit sowas auseinanderzusetzen und dadurch ein kleines Stück Welt mehr zu verstehen. Von heute aus betrachtet sehen die nächsten Monate also gut aus. Ich freue mich darauf.

 

Hurra, ach je, wie schade, endlich!

Meine erste Praxisphase ist vorbei. Hurra, ach je, wie schade, endlich! Meine Gedanken und Gefühle dazu sind genau so widersprüchlich und gemischt wie dieser Satz.

Toll war, dass ich festgestellt habe, wie gut dieser Beruf wirklich zu mir passt und wie wohl ich mich darin fühle. Dass ich jede Menge interessante Dinge gelernt habe, fachlich und auch über mich selbst. Und dass ich das Ganze wirklich gut gemacht habe, wie meine beiden Praxisanleiter*innen fanden. Na ja. Bis auf das übliche Thema, das auch heute bei der Abschlussbesprechung wieder dran war: Aufgeschlossenheit und Teamfähigkeit. Da hapert es bei mir und das wird es immer. Damit habe ich mich längst arrangiert. Ich bin in genug anderen Dingen richtig gut. Und auch, wenn ich immer wieder versuche, mich „normal“ zu geben, also quasi mein Menschenkostüm trage, bin ich eben nicht so. Ich bin anders, ich bin komisch, seltsam, nicht „normal“. Ich bin introvertiert und sozial unsicher und unbeholfen. Das Menschenkostüm zwickt und zwackt und ich mag es nicht sonderlich. Es gehört irgendwie dazu, ich habe mich einigermaßen daran gewöhnt in den fast 3 Jahrzehnten, die ich inzwischen auf diesem seltsamen Planeten verbringe, aber es passt einfach nicht richtig und das wird es nie. Das muss es auch gar nicht. Ich nehme mich inzwischen endlich, wie ich bin und finde mich gut so. Zumindest meistens.

Für die nächste Praxisstelle wünsche ich mir, dass ich es schaffe, das irgendwie zu thematisieren. Ich hoffe, mein neuer Praxisanleiter ist eine Person, mit der ich reden kann. Vielleicht erwarte ich auch zu viel, wenn ich möchte, dass ich mit meiner verschlossenen, introvertierten, autistischen Art einfach so akzeptiert werde und mir nicht dauernd anhören muss, dass ich mich mehr öffnen muss. Das finde ich aber nicht heraus, wenn ich es nicht wenigstens mal anspreche.

Nicht gut war, dass mich die Arbeit in der Sozialhilfe psychisch doch ziemlich belastet hat. Ich finde es unheimlich gut und wichtig, dass wir ein Sozialsystem haben, das es zum Ziel hat, Menschen aufzufangen und zu stützen, die Hilfe und Unterstützung brauchen und das allen Menschen ermöglichen soll, ein würdevolles Leben zu führen, aber das schafft es leider nicht. Da ist meiner Meinung nach noch jede Menge Verbesserungsbedarf. Wirklich beurteilen kann ich nur die Situation in den Bereichen Grundsicherung und Asylbewerberleistungen, aber ich denke, das lässt sich auf alle Bereiche des Sozialgesetzbuches übertragen. Außerdem war natürlich problematisch, dass ich so viel direkt mit Bürgerinnen und Bürgern konfrontiert war. Es war einfach zu anstrengend für mich, aber das war ja auch zu erwarten und hat sich sehr schnell gezeigt. Das ist der zweite Grund, aus dem ich mich freue, dass dieser Praxisabschnitt vorbei ist.

Der nächste wird dahingehend auf jeden Fall richtig gut zu mir passen, denn direkten Kontakt zu Bürgerinnen und Bürgern gibt es dort nicht. Es geht ins Straßen- und Grünflächenamt und wenn sich in der kommenden Woche, bevor es losgeht, nichts mehr ändert, werde ich in der Straßensondernutzung eingesetzt. Das ist der Bereich, in dem Baustellen-, Wahlwerbungs-, Zirkus-, Gerüstbau- und ähnliche Anträge gestellt werden. Vor ein paar Wochen durfte ich schon an einer Schulung für die Fachsoftware teilnehmen. Die ist ein ganz tolles Spielzeug mit Kartenmaterial, in das man alle Sondernutzungen einzeichnen kann. Außerdem kann man nach Adressen suchen und schauen, was dort so sondergenutzt wird. Zum Beispiel vor der eigenen Haustür. Es gibt sogar flächendeckende Luftbildaufnahmen, recht aktuelle sogar, aus dem letzten Jahr. Und alles wird komplett elektronisch bearbeitet, von der Antragsstellung bis zum Bescheid. Ich bin ziemlich begeistert, sehr gespannt und freue mich schon riesig darauf, dass es bald losgeht.

Die anderen wissen jetzt Bescheid.

Eigentlich hatte ich vor, gleich von Beginn der Ausbildung an offen mit meinem Autismus umzugehen. Der Ausbildungsleitung gegenüber war ich ja schon bei der Bewerbung vollkommen offen. Aber ich wollte auch, dass die anderen Auszubildenden Bescheid wissen. Und dann habe ich trotzdem nichts gesagt.

So blöd es klingt, ich habe einfach nicht den passenden Moment oder Anlass gefunden. Bei der Vorstellungsrunde in der Einführungswoche habe ich mich einfach nicht getraut und danach kam so eine Gelegenheit nicht wieder. In den ersten paar Wochen habe ich mich ein bisschen darüber geärgert, vor allem über mich selbst. Dann ist das Thema ganz in den Hintergrund gerückt. Aber dort ist es nicht geblieben.

Das lag daran, dass das Wort „behindert“ von manchen der anderen immer und immer wieder als Schimpfwort benutzt wurde. In letzter Zeit ist mir das besonders aufgefallen, weil wir uns während des Akademieblocks nicht nur zweimal pro Woche in der Berufsschule gesehen haben, sondern auch noch an den anderen drei Wochentagen in der Akademie. Ich habe versucht, es zu überhören, weil ich wusste, die meinen das nicht so, das ist nicht böse gemeint, die merken es wahrscheinlich nicht mal. Aber es hat mich verletzt. Immer und immer wieder. Weil es mir immer und immer wieder ins Bewusstsein gerufen hat, was die Gesellschaft von behinderten Menschen hält. Als Schimpfwort wird „behindert“ eingesetzt für „scheiße“ und „überflüssig“ und sicher noch ein paar andere stark entwertende Adjektive. Und genau so fühle ich mich, wenn jemand „behindert“ so verwendet. Abgewertet. Entwertet. Unabsichtlichkeit hin oder her.

Deshalb habe ich mich vor einer Weile an die Ausbildungsleitung gewandt. Weil ich was sagen wollte. Und das habe ich gemacht. Am Montag hatten wir ein offizielles Treffen mit meinem Auszubildendenjahrgang. Solche Treffen haben wir jetzt einmal im Quartal. Da wird in erster Linie Organisatorisches besprochen, aber es ist auch Platz für verschiedenste Anliegen. Deshalb habe ich mit den Ausbildungsleiterinnen vereinbart, dass ich das Thema dort anspreche. Sie waren beide toll in unserem Vorgespräch und haben mir ihre volle Unterstützung zugesichert und die Möglichkeit gegeben, an dem Tag ganz spontan zu entscheiden, ob ich reden möchte oder nicht. Sie boten mir auch an, dass sie etwas sagen würden, anonymisiert oder ganz offen, wie ich möchte. Ich wollte aber selbst reden. Ich wollte nicht, dass es Gerüchte und Spekulationen gibt. Weder darüber, wer die Person ist, die das Thema angesprochen hat, noch darüber, um welche Behinderung es geht.

Die anderen wissen jetzt also Bescheid. Darüber, dass ich eine Behinderung habe. Darüber, dass diese Behinderung Autismus ist. Darüber, was Autismus ist. Und darüber, dass es mich verletzt, wenn „behindert“ als Schimpfwort verwendet wird und warum.

Ich weiß noch nicht, ob das etwas ändert und wenn ja, was. Aber ich weiß, dass mir alle sehr aufmerksam zugehört haben. Als ich geredet habe, war es vollkommen still und alle Augen waren auf mich gerichtet. Von manchen habe ich hinterher positives Feedback bekommen. Sie kamen auf mich zu und bedankten sich für meine Offenheit und mein Vertrauen. Sie entschuldigten sich und sagten, dass sie darauf achten werden, was sie sagen und daran arbeiten werden. Die meisten waren einfach still. Negative Rückmeldungen gab es nicht.

Die Ausbildungsleiterinnen kamen auch noch einmal auf mich zu und sagten mir, ich hätte sehr gute Worte gefunden und sie seien sicher, dass ich damit etwas erreicht hätte. Sie bedankten sich bei mir und sagten, ich könne sehr stolz auf mich sein.

Irgendwie bin ich das auch, aber irgendwie ist mir auch ein bisschen mulmig. Ich kann nicht einschätzen, was nun daraus wird. Aber fürs Erste bin ich froh, dass ich es gemacht habe.

Für eine sachliche Zusammenarbeit mit anderen geeignet.

Es läuft ganz gut bei mir, denke ich. Die erste Klausurphase ist vorbei und sie war zwar ein bisschen anstrengend, im Grunde genommen aber völlig okay. Die ersten Ergebnisse habe ich auch schon bekommen und sie sind sehr gut. Ich kann sowas ja nie richtig einschätzen, aber der Rest dürfte demnach eigentlich auch nicht schlecht sein.

Außerdem habe ich die Probezeit bestanden. Gut, das ist nicht besonders überraschend. Ich hätte mir schon ziemlich was leisten müssen, um eine Kündigung zu bekommen. Aber ich habe sie auch noch wirklich sehr gut bestanden. Mein Praxisanleiter musste einen Bewertungsbogen ausfüllen und hat mit mir darüber gesprochen. Er ist sehr zufrieden mit mir und sagt ich sei besonders pünktlich, fleißig, interessiert, lernbegierig, sorgfältig und schnell, hätte mir schon sehr viel Fachwissen angeeignet, sei sprachlich auf einem sehr guten Niveau und absolut verlässlich. Er hat sogar im Bogen vermerkt, dass er mich nach meiner Ausbildung gerne als Sachbearbeiterin in seinem Team hätte. Nur bei der Integration ins Team ist noch Luft nach oben, findet er. Deshalb hat er sein Kreuzchen bei „ist für eine sachliche Zusammenarbeit mit anderen geeignet“ gesetzt und nicht bei „besitzt hervorragende Eigenschaften zur Zusammenarbeit mit anderen“. Ziemlich klischeeautistisch. Darüber musste ich ein bisschen schmunzeln. Zum einen, weil es sehr treffend ist und zum anderen, weil ich das schon oft gehört habe. Eine sachliche Zusammenarbeit mit anderen ist aber auch genau das, was ich mir wünsche. Keine dauernden Privatgespräche oder gar dicke Freundschaften. Mein Praxisanleiter hätte es aber gern, wenn ich noch ein wenig mehr aus mir heraus käme. Was auch immer das genau bedeuten soll. Ich mag es eigentlich ganz gern in mir drin.

Ehrlich gesagt hatte ich auch gedacht, dass ich insgesamt ziemlich locker bin. Auf jeden Fall viel lockerer, als in meinen bisherigen Jobs. Ich habe vor allem mehr Kontakt zu den anderen als sonst immer und dachte auch, dass ich ziemlich viel erzähle und die anderen schon eine ganze Menge über mich wissen. Da hat mich meine Selbstwahrnehmung wohl mal wieder getäuscht. Ich muss aber auch zugeben, dass ich natürlich weiß, dass ich keine Plaudertasche bin und nur über Privates rede, wenn man mich fragt. Ich habe einfach keine Ahnung, wie man das macht, von sich aus Gespräche anzufangen und sich munter und ungezwungen mit anderen über alles Mögliche zu unterhalten. Das kann ich nicht und das werde ich wohl auch niemals lernen. Mir selbst macht das aber nichts aus. So bin ich eben.

Abgesehen davon verstehe ich auch nicht so recht, warum das überhaupt so wichtig ist, dieses ganze persönliche Privatgedöns im Arbeitsumfeld. Ein freundlicher, höflicher Umgang miteinander, eine gute Zusammenarbeit, wenn es um die Sache geht, gegenseitige Hilfestellung bei Fragen und Problemen und solche Dinge, die sind selbstverständlich wichtig. Mir auch. Aber dass es wichtig ist, einander privat näher kennenzulernen, das erschließt sich mir nicht. Vor allem nicht, wenn man, wie in meiner aktuellen Praxisstelle (und vermutlich in den allermeisten Bereichen der Verwaltung), eigentlich viel mehr nebeneinander herarbeitet und gar nicht wirklich miteinander. Kolleginnen und Kollegen kann man sich außerdem so gut wie nie aussuchen. Sie sind eben da. Es ist ziemlich unwahrscheinlich, dass das alles Menschen sind, die man super findet und denen man von seinem Privatleben erzählen möchte. Und man muss sich doch privat auch nicht großartig kennen oder gar toll finden, um gut als Team zu funktionieren. Finde ich zumindest. Wenn sich private Kontakte und Freundschaften entwickeln, schön. Das ist ein netter Bonus. Aber das ist doch keine Voraussetzung für eine gute Zusammenarbeit. Im Gegenteil, ich finde es sogar wesentlich angenehmer und leichter, mit Menschen zusammenzuarbeiten, von denen ich privat nichts oder nur sehr wenig weiß. Einiges von dem, was ich in den letzten Monaten über die Einstellungen einiger Kolleginnen und Kollegen erfahren habe, hätte ich lieber nicht gewusst, weil es sie mir unsympathisch macht. Ich würde Menschen, mit denen ich täglich Kontakt habe, aber lieber neutral gegenüber stehen als negativ. Es war zwar bisher noch nichts dabei, das so fürchterlich ist, dass ich nicht mehr mit der Person arbeiten könnte, aber sowas kann durchaus passieren. Das ist doch eher hinderlich und trägt rein gar nichts zu einer positiven Arbeitsatmosphäre bei.

Vielleicht sehe ich das auch zu sachlich. Vielleicht gibt es gute und wichtige Gründe dafür, mehr Privates von sich in den Arbeitsalltag einzubringen. Ich weiß es nicht. Mir fällt durch diese Bewertung bloß mal wieder auf, wie anders ich manche Dinge wahrnehme, einordne und gewichte als andere Menschen. Vor ein paar Jahren hätte ich mir darüber vermutlich noch den Kopf zerbrochen und mich gefragt, was mit mir nicht stimmt, was an mir so kaputt ist und warum ich so falsch bin. Inzwischen finde ich es einfach interessant, wie unterschiedlich Menschen sind, und meistens bin ich auch sehr über mich selbst amüsiert. Zum Beispiel darüber, dass ich schon so viel über mich gelernt habe, so vieles endlich verstehe und durchschaue, so vieles so gut reflektieren kann und dann trotzdem irgendwie überrascht bin, wenn ich feststelle, dass ich in vielen Dingen ganz anders bin als die meisten.