Furchtbar froh und furchtbar aufgeregt.

Ich bin ein bisschen spät dran, ungefähr sechs Wochen, aber hier ist er nun, mein Bericht über meinen vergangenen Praxisabschnitt.

Er war gut. Richtig gut. Zum einen inhaltlich (ich durfte dafür sorgen, dass viele Bäume nicht gefällt werden durften und dass die, die gefällt werden durften, ersetzt werden mussten) und zum anderen von den Rahmenbedingungen her.

Mein Praxisanleiter war sehr daran interessiert, mir viel beizubringen und begeistert davon, dass ich sehr daran interessiert war, viel zu lernen. Ich konnte aus dieser Zeit also eine ganze Menge für mein Arbeitsleben mitnehmen. Toll war auch, dass ich viel Ruhe hatte und mich gut auf meine Arbeit fokussieren konnte, von der es meistens genug gab. Das kommt mir immer sehr entgegen. Ich liebe es, viel zu tun zu haben, weil ich dann wunderbar in die Arbeit eintauchen kann. Vorausgesetzt, man lässt mich einfach mein Ding machen. Und das hat mein Praxisanleiter getan. Dadurch hatte ich innerhalb kurzer Zeit schon eine ziemlich gute Routine in den alltäglichen Aufgaben, was mir eine unglaubliche Sicherheit gegeben hat. Ein sehr gutes Fundament für Abweichungen, die eben auch immer wieder vorkommen. Natürlich mochte ich die auch in diesem Ausbildungsabschnitt nicht, aber durch meine solide Wissensbasis und Arbeitsroutine konnte ich sie hier verhältnismäßig gut verkraften. Diesmal habe ich mich besonders schnell eingefunden. Zum einen lag das daran, dass mein Praxisanleiter sehr gut darin war, Leute einzuarbeiten. Zum anderen hatte ich zum Beginn des Abschnitts schon fast zwei Ausbildungsjahre hinter mir und bin daher in vielen Grundlagen schon sehr sicher. Auch, wenn es inhaltlich in jedem Amt um etwas ganz Eigenes geht, sind die Prinzipien und Strukturen überall gleich oder mindestens sehr ähnlich. Besser geht es für mich nicht. Ich treffe überall auf viel Bekanntes und Vertrautes. Das macht mir die Eingewöhnung in neue Situationen und Stellen relativ leicht. Relativ dazu, dass ich es grundsätzlich grauenhaft finde, irgendwo neu anzufangen und mich in neue Situationen und Stellen einzufinden.

Zu meinem unbeschreiblich großen Glück war das bei meinem Wechsel in meine aktuelle und letzte Praxisstelle (ich darf die Ausbildung verkürzen und habe Ende November meine schriftlichen Abschlussprüfungen – aaaaaaaah!) so gut wie gar nicht notwendig, denn ich bin wieder in meiner zweiten und herzallerliebsten Praxisstelle vom letzten Sommer gelandet. Eine Kollegin aus dem Bereich, in dem ich damals eingesetzt war, geht Ende des Jahres in den Ruhestand, weshalb ihre Stelle ausgeschrieben wurde. Ich habe mich beworben und es hat funktioniert! Damit der Übergang möglichst gut verläuft, wurde ich gleich für meinen letzten Ausbildungsabschnitt dort hingesetzt, um von der Kollegin eingearbeitet zu werden. Ich mache nicht ganz genau die gleiche Arbeit wie letztes Jahr, aber sehr ähnliche. Trotzdem gibt es natürlich noch ganz viel zu lernen und ich habe viel zu tun und zu verarbeiten. Aber ich kenne alle Kolleginnen und Kollegen schon und bin mit den Abläufen bestens vertraut. Ein paar Dinge haben sich geändert, beispielsweise weil einige rechtliche Grundlagen überarbeitet wurden und es Änderungen in der Software gegeben hat, mit der wir die Anträge bearbeiten, aber nach inzwischen sechs Wochen bin ich wieder voll und ganz drin in der Materie und kann mich sehr gut auf die neuen Inhalte einlassen. Anfangs war es etwas seltsam, weil alles so vertraut und doch etwas fremd war. Zum Glück hat sich das aber recht schnell gelegt. Aufregend ist das alles trotzdem noch und ich bin noch nicht richtig zur Ruhe gekommen, aber das werde ich noch, da bin ich absolut sicher. Ich sitze an genau der richtigen Stelle.

Zusammenfassend kann ich also sagen, dass ich furchtbar, furchtbar froh mit meiner Arbeitssituation bin und furchtbar, furchtbar aufgeregt wegen der viel zu nahen schriftlichen Abschlussprüfungen. Die nächsten Wochen werden entsetzlich aufwühlend. Aber sie werden vorbeigehen und ich werde das schon schaffen, auch wenn ich ganz sicher mehrfach durchdrehen werde vor lauter Nervosität. Das gehört eben dazu.

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