Alleinsein ist toll.

Wirklich, ich bin total gerne allein! Ich brauche keine Menschen um mich herum, keine Gesellschaft. Ich kann wochenlang ganz alleine sein und mit niemandem sprechen, ohne irgendwas zu vermissen. Während meines Bachelorstudiums in meinem Einzelappartement im Studentenwohnheim hatte ich solche Phasen in den Semesterferien immer wieder, und ich habe sie sehr genossen. Meine Tagesabläufe waren wunderbar routiniert und nichts und niemand hat irgendwas durcheinander gebracht. Ich genieße es, ganz in meinem eigenen Rhythmus zu sein und mich nur nach mir zu richten. Je mehr ich in diesen Rhythmus hineinfinde, umso störender sind Einflüsse von außen und umso genussvoller ist das Alleinsein für mich. Ich könnte wunderbar irgendwo fernab der Zivilisation als Selbstversorgerin leben und wäre glücklich. Dazu müsste ich natürlich wissen, wie man so ein Selbstversorgerleben konkret angeht, aber es zu führen wäre auf jeden Fall fabelhaft und ich hätte immer was Sinnvolles zu tun. Einfach so vor mich hin meine Aufgaben zu erledigen, in meinem Tempo und auf meine Art, das ist genau mein Ding. Das Alleinsein gibt mir so viel Ruhe und Energie und lässt mich so sehr ich sein. Außerdem kann ich mich bestens allein beschäftigen, das konnte ich schon als Kind. Spielkameraden hatte ich zwar, aber ich brauchte sie eigentlich nicht und oft passten sie auch überhaupt nicht zu meinem Spiel. Alleine konnte ich meistens viel besser spielen und mit anderen im Grunde nur dann richtig gut, wenn sie mein Spiel mitspielten. Die meiste Zeit verbrachte ich allein und das war auch immer die schönste, angenehmste und interessanteste Zeit für mich. Und ich bin immer noch am zufriedensten, wenn ich ganz für mich sein kann. Ich liebe es, einfach dazusitzen oder dazuliegen und mein Hirn laufen zu lassen. Ich denke gerne und viel nach, über alles Mögliche, lasse mich mal einfach so treiben oder suche gezielt nach Antworten und Lösungen. Irgendwas ist in meinem Hirn immer los. Mir wird nicht langweilig. Manchmal sitze oder liege ich auch einfach so da und höre Musik. Musik ist für mich kein Hintergrundgeräusch. Im Hintergrund hat sie bei mir eigentlich gar nichts zu suchen, da stört sie nur. Ich mache immer nur eine Sache auf einmal, sonst wird mir das zu viel. Musik zu hören ist für mich eine eigenständige, vollkommen ausfüllende Beschäftigung. Ich höre auf den Text, auf die einzelnen Instrumente, auf verschiedene, wiederkehrende Fragmente eines Liedes oder einfach nur auf das Gefühl und die Stimmung, die es mir vermittelt. Dabei bleibe ich dann oft auch nicht mehr sitzen oder liegen, sondern springe und tanze durch die Wohnung. Ich kann stundenlang lesen, wenn mich etwas fesselt und eine Serienfolge nach der anderen schauen. Ich finde es großartig, von Geschichten regelrecht eingesaugt zu werden. Ich kann mich wunderbar mit mir selbst und mit Dingen, die ich mag, beschäftigen, ohne etwas zu vermissen. Ohne Gesellschaft zu vermissen. Ich brauche keine Gesellschaft. Ich bin viel lieber allein als unter Menschen. Ich muss mit niemandem reden und habe nicht das Bedürfnis, jemanden zu sehen oder mich mit jemandem zu treffen. Ich genüge mir selbst. Die Menschen, die in meinem Leben eine Rolle spielen tun das, weil ich sie mag und sie mir am Herzen liegen, nicht weil ich Menschen in meinem Leben brauche. Einsam fühle ich mich im Alleinsein nie. Einsam fühle ich mich, wenn ich zu viel unter Menschen bin. Ich bekomme dann immer viel zu sehr zu spüren, wie fremd und fehl am Platz ich mich in ihrer Gegenwart fühle, wie nicht-zugehörig. Am liebsten bin ich so viel wie möglich allein. Interessanterweise klappt das Zusammenleben mit meinem Mann trotzdem bestens. Wir haben in vielem einen gemeinsamen Rhythmus und ansonsten kann ich mir meinen eigenen einpendeln. Seine Anwesenheit stört mich nicht, im Gegenteil, ich genieße sie. Wir können vieles wunderbar zusammen machen und genauso gut beide in einem Raum sitzen und trotzdem jeder mit seiner Beschäftigung ganz für sich sein. Gemeinsames, einträchtiges Alleinsein, sozusagen. Das gibt mir den Freiraum und die Ruhe, die ich brauche.

6 Gedanken zu “Alleinsein ist toll.

  1. Exakt aus meiner Seele gesprochen. Folge dir sofort – hoffentlich keine allzu große Störung beim Einsam- aber nich Alleine-Sein. Super. Wir haben doch alle ne Macke. LG Volker

  2. Hat dies auf Blickpunkt – Die Freiheit des Denkens rebloggt und kommentierte:
    Einen guten Sonntagmorgen wünsche, draussen ist es heiß und viel zu hell, darum verlagere ich meinen Standort mal lieber vor meine Klimaanlage. :)
    Heute möchte ich mal einen Beitrag der Hobbithexe mit euch teilen, der Grunde ganz genau meine Gedanken wiederspiegelt, von daher war ich sehr überrascht dies zu lesen. Der Beitrag könnte -fast- von mir sein und bietet einen guten Einblick.
    Besonders interessant finde ich diese Aussage:
    „Einsam fühle ich mich im Alleinsein nie. Einsam fühle ich mich, wenn ich zu viel unter Menschen bin. …“ Weil sie 100% genau den Punkt trifft!
    Und auch, was das Thema MANN betrifft stimmen wir da wohl total überein, denn auch mein Mann ist ja DER Mensch, dessen Anwesenheit mich eben nicht stört und mit dem ich gut zusammenleben kann.
    Vielen Dank für’s rebloggen dürfen Hobbithexe. :)

  3. Ich erkenne mich in deinem Beitrag vollkommen wieder, als hätte ich ihn -fast- selbst geschrieben. Dürfte ich den Beitrag teilen?

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